Sommerloch-Splitter 1

Wo Nordsee sich und Ostsee küssen …

I’m back. Die letzten Wochen waren geprägt von heute hier und morgen da und vom Nichtstun, zuhause, wo andere Urlaub machen 😉 um danach vom Nichtstun auszuruh’n. Und ja, wir waren da oben, an der Nordspitze von Dänemark.
Weil es viele Meinungen zu Nordsee – Skagerrak – Kattegat – Ostsee gibt, wo endet die Nordsee, wo beginnt die Ostsee, bleibe ich dabei:
links = Nordsee, Mitte = Meier, rechts = Ostsee 😉

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Dänemark-Bilder im
Foto-Blog von Frau P.:
Dänemark – 1234

vom Juli 2022

Heute und morgen gebe ich ein bisschen was zum Besten, was mir in den letzten Wochen so aufgefallen ist.

Warum sind die Spritpreise, wie sie sind? / Hitzewelle endet historisch!

Ein Screen meiner Tank-App irgendwann im Juli. Als Referenz habe ich eine Tankstelle aus meiner Alten Heimat drauf, wo ich früher häufiger getankt habe, und eine Tankstelle in Flensburg, falls ich vor einem Ausflug nach Dänemark vor der Grenze noch tanken sollte – denn bei unseren Nachbarn sind die Preise noch’n Groschen höher als bei uns an der Lübecker Bucht.
Was mich stetig verwundert, sind die regional großen Unterschiede. Zwischen meiner Alten Heimat Peine und Flensburg 5 Cent, ok. Aber warum ist der Liter Diesel hier bei uns in Scharbeutz 23 Cent teurer? Das verstehe wer will … ich nicht! Mag es daran liegen, dass wir eine Touri-Hochburg sind und die Öl-Multis an den Urlaubern verdienen wollen?

Au ha, und warm war es. Warm? Heiß! Die heftige Hitzewelle vor zwei Wochen erreichte hier im Norden ein historisches Ausmaß mit Temperatur-Rekorden in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen. Der 20. Juli 2022 war erst der 10. Tag, an dem seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland 40°C erreicht wurden: Hamburg 40,1°C. Noch nie wurde so weit im Norden die 40-Gradmarke gerissen.

Tatsächlich glauben immer noch einige, solche Tage habe es früher auch gegeben und man müsse im Sommer mit solchen Temperaturen rechnen. Schnick Schnack! Bestenfalls ist das eine verzerrte, subjektive Wahrnehmung, die vielleicht durch die beschleunigte Klimaerwärmung beeinflusst wird. Die Zahlen des DWD sprechen nämlich eine andere Sprache, hier die Entwicklung der Tage mit über 30°C im Laufe der letzten sieben Jahrzehnte:

Zu den 10 Tagen mit 40°C und mehr: Erstmals wurden die 1983 (27.7.) erreicht, dann erst wieder in den Jahrhundertsommern 2003 (9./12./13.8.), 2015 (5.7.+7.8.) und 2019 (24./25./26.07.). Nun 2022 der 20.7.. Soweit der Fakten-Klookschieter und mir fällt auf, dass das ganz schön viele Jahrhundertsommer in den letzten 20 Jahren sind 😉

Mein Freund S. schickte mir zu dem Thema dieses Bild aus Bethlehem mit der bis zu acht Meter hohen Sperrmauer und zitierte dazu den Meteorologen Sven Plöger:
„Derzeit neigt man dazu, sich die Welt schönzureden. Dies ist auch im Umgang mit Russland sichtbar geworden. … Wenn dann irgendeine Katastrophe kommt – sei es Extremwetter oder die Erkenntnis, wie abhängig wir von russischem Gas sind – kriegen wir einen Schreck und wollen möglichst schnell alles verändern.“
Ja, das passt wohl. Alternativ kann man sich die Welt auch schönmalen. Was mir sonst noch aufgefallen ist, könnt ihr morgen lesen.

Last, but not least:

„Das schönste auf der Welt ist es, normal zu sein.
Ich bin stinknormal, und das gefällt mir!“

Uns Uwe“, hier ein Bild aus 2013. Gesagt hat er das so Anfang November im letzten Jahr, kurz vor seinem 85. Geburtstag (ARD). Vor 10 Tagen starb er in Hamburg. Uwe Seeler, bodenständig, bescheiden, ehrlich und selbstbewusst hanseatisch. Ein Vorbild – nicht nur für uns aus der Boomer-Generation, sondern weit über den Fußball und Hamburg hinaus. Mach’s gut da oben! Und gestern Abend? Wembley calling? Final 1966 reloaded? Ganz bestimmt warst du auch gestern Abend wieder irgendwie dabei 😉


013 [Inhaltsverzeichnis]

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10 Gedanken zu “Sommerloch-Splitter 1

  1. Stella, oh, Stella 1. August 2022 / 9:22

    40 Grad in Hamburg? Auweia! Als ich Kind war, fanden wir schon 30 Grad schrecklich. In so einer Grossstadt wird man dann ja gebacken wie ein Brötchen.
    Ihr wart am Grenen, dann seid ihr bei uns vorbeigefahren. Was war unsere Top-Temperatur? Ich glaube 35. Das war uns schon zu heiss, um draussen rumzulaufen, obwohl wir am heissesten Tag kurz am Strand waren, um im Wasser zu laufen.
    Ich wusste gar nicht, dass Uwe Seeler noch lebte, ein stolzes Alter.

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    • Meier Sven 2. August 2022 / 8:20

      Moin Stella. Ja, ich habe „da oben“ Frau P. erzählt, dass du „hier irgendwo“ wohnst 😉
      Ja, HH 40 Grad. Eine alte Freundin aus BaWü war zu der zeit gerade bei ihrer Schwester in HH zu besuch. Am Telefon sagte sie mir später: „Ich habe gedacht, ich fahre aus dem heißen Süden in den kühlen Norden, und dann war es da wärmer als zu der Zeit bei uns in Karlsruhe.“ Dumm gelaufen 😉
      Bei uns an der Küste waren es auch rund 35 Grad. Nur gut, dass es an solchen Tagen in der „Schattenwohnung“ von Frau P. gut aushaltbar ist.Jedenfalls wären wir nie auf die Idee gekommen, so wie es tausende Touris gemacht haben, uns in dieser Hitze stundenlang an den Strand zu legen um uns „grillen“ zu lassen 😉
      Grüße, wir lesen uns!

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      • Stella, oh, Stella 2. August 2022 / 9:59

        Ja, wir wohnen ca. 20 km südlich von Aalborg mehr zur Ostküste hin. In der Sonne liegen ist auch nicht mein Ding, nicht nur heiss, sondern auch langweilig, wie ich finde. Und schon gar nicht mehr seit ich das Basaliom hatte, was hauptsächlich von zu viel Sonne verursacht werden soll.

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  2. hanneweb 1. August 2022 / 10:15

    Wie toll eure Reise war sah ich auch schon im so schönen Beitrag bei Frau P. und hier nun noch ausführlicher, was richtig Spaß macht zu sehen sowie zu lesen!
    Auch bei uns waren es zeitweise 39-40 Grad, aber kein Meer weit und breit worin man sich abkühlen könnte, sondern nur viel Arbeit mit Renovierung der Fenster was wir lange vor uns hingeschoben hatte.
    Uwe Seeler war schon eine sehr gute Seele, dem ich immer wieder mal in unserem Sporthotel begegnete.😉
    Liebe Grüße und lasst es euch richtig gut gehen, Sven! 🍀🌻

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    • Meier Sven 2. August 2022 / 8:42

      Moin Hanne!
      Ja, bei diesen hohen Temperaturen sind wir froh, hier am Meer zu wohnen. Meist haben wir doch ein laues Lüftchen und ein Spaziergang am Strand morgens oder abends ist dann ganz angenehm. Es muss ja nicht in der prallen Mittagssonne sein 😉
      Uns Uwe war schon ein Guter und wenn alles so wären, wie er es war, wäre die Welt sicherlich eine bessere.
      Viele Grüße auch an euch im meerlosen Süden, lasst es euch (trotzdem) gut ergehen 😉

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  3. Doris S aus H (@88_doris) 1. August 2022 / 17:30

    Der englischen Mannschaft wurde durch eine überforderte Schiedsrichterin zum Turniersieg verholfen 🤬 Zwei rote Karten gegen England nicht gegeben und Deutschland einen klaren Handelfmeter verweigert 👎 Erinnerungen an 1966 werden tatsächlich wach 😢

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    • Meier Sven 2. August 2022 / 7:11

      Moin. Na ja. Jetzt nachzukarten könnte den Eindruck erwecken, wir seien schlechte Verlierer. Und der Elfmeter? Wenn selbst die Trainerin sagt, sie hat’s erst nach dem Spiel auf Video gesehen …?
      Grüße nach H

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  4. smswp 2. August 2022 / 8:20

    Ich ergänze zu Plöger: Und dann schießen wir schnell über das Ziel hinaus, verfallen in Aktionismus, dann zählt auch nicht mehr das Geschwätz von gestern. Das fördert nicht das Vertrauen in die Institutionen. Siehe Corona-Impflicht, erst kategorisch verneint, dann sollte sie doch kommen. Jetzt wird der Weiterbetrieb der AKW diskutiert – und sogar die drei zuletzt vom Netz gegangen sollen reaktiviert werden und das verbotene Fracking wird auch gefordert. Von Söder. In Niedersachsen. Ich kann Weils „Geht’s noch, Söder?“ nur zu gut verstehen. Wie wäre es damit, wenn die Bayern erst einmal ihre Hausaufgaben bei der Energiewende machen?
    Zu dem Weiterbetrieb der AKW: Das zuständige Bundesamt BASE spricht sich wegen Sicherheitsrisiken und der ungeklärten Atommüll-Frage dagegen aus. Auch den will Bayern nicht. Und die sogenannten „Periodischen Sicherheitsprüfungen“, zu denen das Atomgesetz die Betreiber alle zehn Jahre verpflichte, haben für die drei noch betriebenen AKW zuletzt 2009 stattgefunden, vor Fukushima, wären 2019 wieder fällig gewesen, sind wegen der beschlossenen Abschaltung Ende 2022 aber ausgesetzt worden. Bei einem Weiterbetrieb müssten diese Sicherheitsüberprüfungen nachgeholt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob alle, die jetzt lautstark den Weiterbetrieb fordern, sich mit den Details beschäftigt haben, und täten sie das heute, ob sie dann noch ihrer Meinung von gestern wären. /S.

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    • Meier Sven 2. August 2022 / 8:54

      Moin. Im Grunde genommen bin ich bei dir, aber gerade in dieser Zeit ist auch ideologiefreier Pragmatismus gefragt. Warten wir doch erst einmal diesen „Stresstest zur Energiesicherheit“ ab. Dann sehen wir weiter. Ich halte wenig davon, quasi im „vorauseilenden Gehorsam“ den gesellschaftlichen Konsens bezüglich der Energiewende mit dem Abschalten der AKW heute schon infrage zu stellen. Wiedervorlage in ein paar Wochen 😉

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