Ha Ha mit der Bahn

So. Nach unserem ersten Versuch vorgestern hat es gestern geklappt: Auf mit der Bahn in die große Hansesadt Hamburg. Ha Ha, bitte versteht das wie ein ironisch gemeintes na toll, wenn etwas nun überhaupt nicht toll ist. Ich sag’s mal so: Genießen sie ihr Leben in vollen Zügen! Und dass einige trotz auffordernder Durchsagen die Maskenpflicht ignorieren, das verbuche ich auch unter Ha Ha …. Egal, Frau P. und ich waren uns nachher jedenfalls einig: Das müssen wir nicht noch einmal haben.

Fun Fact am Rande: Weil der Zug wegen außerplanmäßiger Stopps nicht pünktlich war, ertönte diese Durchsage des Zugführers:
Wir erreichen Hamburg leider 10 Minuten später. Die Informationen zu den weiterführenden Zügen können sie also vergessen. Wir haben unsere Verspätung aber angekündigt, vielleicht warten die Züge, geben sie also Hackengas, vielleicht erreichen sie ihren Zug dann noch. Ha Ha. Nicht jeder Reisende hat diesen Humor geteilt. Dann noch das: Die eine Treppe war gesperrt, alle mussten sich dort vorbei drängeln. Da war nix mit Hackengas. Nee, nee, dat is nix för ole Lüüd.

Ganz ehrlich: Irgendwie hinterlässt der gesamte Bahnhofsbereich einen schmuddeligen Eindruck bei uns. Dieser viele Müll, diese Gerüche – nö, god to wege is wat anners.

Die Banksy-Ausstellung hat uns auf alle Fälle sehr gefallen. Demnächst wahrscheinlich mehr davon. An dieser Stelle nur dieses Werk von dem Künstler aus dem Jahr 2006 – Sweep It Under – The Carpet Maid. Ja, zum Fegen gibt es a) auf dem Ha Ha Bahnhof genug – und b) wird der Ha Ha Politik vorgeworfen, zu viel gefegt zu haben – und zwar unter den Teppich. Das in Zeiten als Bundeskanzler Scholz dort Bürgermeister war und nun Erinnerungslücken behauptet, wie das denn so alles mit der Cum-Ex-Geschichte war.

Ach ja, wenn das gute alte Ha Ha Rathaus doch erzählen könnte. Die Cum-Ex-Ermittler würden gerne zuhören – denn Neues hörten sie gestern nicht, als Olaf Scholz vor dem Untersuchungsausschuss im Ha Ha Rathaus vorgeladen war.
Zum Hintergrund: Die Ha Ha Privatbank Warburg hat sich über Cum-Ex-Geschäfte durch eine vermeintliche Lücke im Steuerrecht Kapitalertragsteuer erstatten lassen, die nie gezahlt worden ist. Inzwischen ist durch den BGH endgültig geklärt, dass das eine strafbare Steuerhinterziehung ist. Trotz alledem hat die Ha Ha Finanzbehörde 2016 auf eine Rückzahlung von über 47 Mio Euro verzichtete und den Anspruch (steuerrechtlich) verjähren lassen. Die große Frage ist, wie es dazu kam? Olaf Scholz, seinerzeit Ha Ha Bürgermeister, weiß das nicht (mehr) und will auf alle Fälle nichts damit zu tun haben. Ha Ha! Eine Verjährung weiterer Steuerforderungen wurde Ende 2017 erst durch eine Weisung aus dem Bundesfinanzministerium (Minister Altmeier) verhindert. Letztlich wurde die Warburg Bank 2020 vom Landgericht Bonn (nicht Ha Ha!!) dazu verurteilt, sämtliche durch die Cum-Ex-Geschäfte zu Unrecht erhaltenen 176 Mio Kapitalertragssteuern zurückzuzahlen (inkl. der 47 Mio, weil illegal aus einer Straftat stammend). Natürlich gilt für Olaf Scholz in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten. Nur ist unser amtierender Bundeskanzler (noch) kein Angeklagter, sondern Zeuge – und als solcher kein guter. Dat is man gar nich god för’n Budeskanzler un ik segg mol so: De Drops is noch nich gelutscht!


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12 Gedanken zu “Ha Ha mit der Bahn

  1. Stella, oh, Stella 20. August 2022 / 10:43

    Nee, so macht das Bahnfahren keinen Spass. Ich erinnere mich noch an den Hamburger Bahnhof vor dem grossen Umbau. Da war der irgendwie richtig gemütlich, jedenfalls abends, wenn der Berufsverkehr (weg)gelaufen war. Als Teenager hingen wir oft dort herum.
    Die Kapitalsteuerschiene ist in Dänemark auch ganz gross gelaufen. Aber bisher ist niemand dafür ins Gefängnis gekommen.
    Die Banksy-Ausstellung hätte ich auch gerne gesehen, aber jetzt nach Hamburg zu fahren, kostet auch mit dem Auto jetzt ein kleines Vermögen.

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    • Meier Sven 20. August 2022 / 11:06

      Moin Stella. Ich antworte hier für den letzten Beitrag gleich mit.
      Nein, so macht Bahnfahren wirklich keinen Spaß. Oder keinen Spaß mehr. Irgendwie habe ich meinen letzten Bahnfahrten – vor langer Zeit und die waren dienstlich – entspannter in Erinnerung. Vielleicht wurde zu viel gespart? Ich weiß es nicht, wir wissen nur, dass Bahnfahren für uns nicht mehr infrage kommt. Wenn möglich, nehmen wir dann doch lieber das Auto.
      Banksy können wir nur empfehlen. Ich denke, einer meiner nächsten Beiträge wird von ihm bzw. der Ausstellung handeln. Seine Werke haben für mich sehr viel sozialkritischen Hintergrund und wenn ich um den zu jedem Bild weiß, sehe ich es noch einmal mit anderen Augen.
      Zu Cum-Ex: Ich glaube, das war insgesamt in der EU ein Thema und es hat m. W. damals lange gedauert, bis Rechtsunsicherheiten zumindest im deutschen Steuerrecht ausgeräumt worden sind. In Deutschland hat es mittlerweile auch einige rechtskräftige Verurteilungen gegeben – aber abgeschlossen ist das alles noch nicht, es wird weiter ermittelt. Warten wir’s ab 😉
      Grüße aus Ostholstein nach Nordjütland und ich hoffe, bei euch ist alles (wieder) gut.

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      • Stella, oh, Stella 20. August 2022 / 11:58

        Danke, meinem Mann geht es langsam aber sicher besser Nur die Schmerzen nach den Kiefer“arbeiten“ und der anderen Operation wird er wohl noch ein paar Wochen „geniessen“ dürfen. So etwas braucht Zeit.

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      • Meier Sven 20. August 2022 / 12:01

        Danke der Rückmeldung. Ich wünsche deinem Mann gute Besserung und so wie ich bei dir gelesen habe, waren das auch für dich stressige Tage.

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      • Stella, oh, Stella 20. August 2022 / 12:06

        Ja, das stimmt. Zum Einen hatte ich den Kastenwagen vorher nur einmal gefahren und sollte jetzt andauernd grössere Strecken damit zurücklegen. Und dann der grösste Stress am letzten Donnerstag, als wir auf der Autobahn waren und mein Mann neben mir auf einmal wild zu zucken begann und wir beide dachten, dass das jetzt seine letzte Stunde wäre. Zum Glück kam der Krankenwagen ziemlich schnell. Das muss ich nicht so schnell noch einmal erleben. Er natürlich auch nicht; er hat dazu ja noch all die Schmerzen.

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    • Meier Sven 26. August 2022 / 6:41

      Moin Marco. Ja, ich hatte es gelesen … und mir gedacht: Nee, 700 km, das würdest du dir nicht antun. Dazu muss ich sagen, dass ich vorher kurz überlegt hatte, mit dem 9-Euro-Ticket eine Alte Freundin in Karlsruhe zu besuchen. 700 km. Ohne ICE. Nö, den Gedanken hatte ich schnell wieder verworfen 😉
      Viele Grüße, wir lesen uns

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    • Meier Sven 26. August 2022 / 6:49

      Moin. Oh doch schon 2027? Ist ja bald 😉
      Das erinnert mich an den Fehmarn-Dänemark-Tunnel: Als der Staatsvertrag zwischen Dänemark und Deutschland 2009 unterzeichnet wurde, war die Fertigstellung für 2918 geplant. Jetzt hofft man auf 2029. Ich sag’s mal so: Wären die Dänen als Erbauer und Bezahler des Tunnels nicht auf deutsches Baurecht angewiesen, könnten wir heute bereits durch den Tunnel rüber zu unseren Nachbarn fahren.
      Tja, so isses – wir lesen uns 😉

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  2. Der Wilhelm 21. August 2022 / 10:49

    Zum Bahnfahren:
    Natürlich habe ich auf Deinen Bericht gewartet und genauso natürlich überrascht es mich nicht, dass er so ausgefallen ist, wie er ausgefallen ist. Denn der deckt sich ziemlich gut mit den Erfahrungen, die man im Nahverkehr in und um Hamburg herum regelmässig macht.

    Zu Banksy:
    Uns hat die Austellung auch sehr gefallen, weshalb ich sie womöglich auch noch ein zweites mal besuchen werde ( und gerne auch mehr und öfter mal ähnliches sehen würde. Gerne auch im Strassenraum anstelle der üblichen Schmierereien, die man hier in Hamburg an vielen Stellen findet.

    Zu Scholz, Cum-Ex usw:
    Ich glaube ja, dass dem Kanzler die Geschichte irgendwann ganz heftig auf die Füsse fallen wird, so peinlich, wie er damit umgeht. Seine Glaubwürdigkeit hat er ja schon weitgehend verspielt mit seinen vorgeblichen, demenzgleichen Erinnerungslücken und das Vertrauen auch, dass es am Anfang seiner Kanzlerschaft gab.
    Da fehlt inzwischen nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
    Fraglich allerdings, ob es uns mit dem Dracula von der CDU wirklich besser ginge, der Schlimmstenfalls dann zusammen mit dem aalglatten und gefühlskalten Porschefahrer von der FDP zusammen am Ruder wäre….

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