Kleines Boot

Kleines Boot, treibt auf dem Meer,
kaputt sind die Segel, treibt im Nebel, mal hin und mal her.

Kleines Boot, auf offenem Meer,
es findet den Weg, den Weg in den Hafen nicht mehr.

Und jetzt sitz ich hier im Hafen – und schau aufs offne Meer,
doch der Horizont bleibt leer, ich seh mein Schiff nicht mehr.

Kleines Boot, sag was ist geschen,
was machten wir falsch, was haben wir übersehen?

Kleines Boot, komm noch mal zurück
und bring vom Horizont vom Glück nur ein Stück.

Kann ja sein, dass sich für uns der Wind noch mal dreht.
Kleines Boot, oder sag, ist es zu spät?

Die Zeilen sind dem Lied Kleines Boot von Stefan Waggershausen entliehen –
Album: Aus der Zeit gefallen | YouTube-Link zum Lied mit dem ganzen Text


030 [Inhaltsverzeichnis]

Morgens um acht in Deutschland

Scharbeutz. Ostsee. Strand. Sonnenaufgang.

Moin. Die letzten Tage ergab es sich, dass ich morgens bei acht via Strandallee auf dem Weg nachhause war. Ja nee, das ist normalerweise noch nicht meine Zeit für einen Strandspaziergang. Aber wenn’s der (ehrenamtliche) Job so mit sich bringt und wenn ich schon mal da bin, dann wollte ich die Gelegenheit auch nutzen. Sonnenaufgang, menschenleer, was will Mann mehr am Meer?

You’ll never walk alone ??

In diesen Momenten der absoluten Ruhe, wenn ich alone vor mich hin walke, wandern grundsätzlich auch meine Gedanken mit – und zwar durch meinen Brägen. Das ist irgendwie zwanghaft und dann fange ich an zu sinnieren. Diesmal ging’s um die bzw. unsere Energie-Krise.

Jeder von uns dürfte irgendwie mehr oder weniger davon betroffen sein und deshalb wird unser Bundeskanzler Scholz nicht müde sein Mantra zu wiederholen: „You’ll never walk alone“. Ein bisschen erinnert mich das an das „Wir schaffen das“ seiner Amtsvorgängerin Merkel, als wir die Krise mit den Flüchtlingen hatten. Nur hat sie uns seinerzeit nie verraten, wie wir das schaffen sollten und ebenso bleibt ihr Amtsnachfolger die Antwort schuldig, wohin wir not alone walken – nicht allein gehen. Gemeinsam ins sprichwörtliche Verderben? Macht es die Sache besser, wenn wir uns kollektiv unterhaken und in die Richtung marschieren?

Der Liedtext von You’ll never walk alone aus dem Musical Carousel handelt davon, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Na ja. Das in unsere Regierung gesetzte Vertrauen schwindet jedenfalls wie ein Eis in der Sonne und so etwas ist nie gut. Das kann doch so nicht weitergehen … denken viele unter uns, genauer knapp zwei von drei, die nämlich keiner der im Bundestag vertretenen Parteien, der Opposition schon gar nicht, eine Lösung der Probleme zutrauen. So Umfragen in Deutschland. Zeit wär’s, dass es bald anders wird.

Gedanken passieren natürlich meist nicht einfach so, sondern haben einen Grund. Bei mir waren es eine mir übergegebene Abrechnungen für eine Wohnanlage. Heizkosten, Großkundentarif, 2020 knapp 20.000 €uro, 2021 knapp 50.000 €uro. In einer Kommentierung der Verwaltung heißt es dazu, ich schreibe ab: „Ein Wechsel zu einem Festpreisvertrag fand [im Frühjahr 2021 nach dem mehrheitlichen Willen der WEG (Wohungseigentümergemeinschaft)] aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht statt. Nun nimmt die WEG jedoch jede kleine Preissteigerung an der Börse mit …. Kurzgefasst: Die WEG kauft [über ihren Versorger] Gas zum Börsenpreis ohne Preisbindung. Ab H2/21 schwankt der Gaspreis dramatisch, was diese Steigerung bewirkt.“

Frühjahr 2021: Gaspreis noch deutlich unter 20 €/MWh, aber ab Sommer ging es nur noch nach oben.

Ich sag‘ mal, das war eine Wette auf die Zukunft, die fürchterlich in die Hose ging. Und die Abrechnung für 2022 kommt erst noch. Im nächsten Jahr. In diesem Fall: Single, Heizkosten 2020 knapp 200 €uro, 2021 knapp 500 €uro, die jetzt auszuzahlende Energiekostenpauschale von 300 €uro ist schon ausgegeben bevor sie auf dem Konto ist, und für 2022, was kommt noch? Ich kann jeden Bewohner und jedes vom Gas abhängige Unternehmen verstehen, wenn sie sich große Sorgen machen – zumal die Strompreisentwicklung eine ähnliche ist. Was bin ich froh, dass wir hier im Haus einen Gasvertrag-Festpreis bis Ende 2023 haben. Aber irgendwann laufen alle Verträge aus, mein Stromvertrag-Festpreis jetzt am Monatsende.

Morgenstimmung im September 2022 am Strand: Die letzten ihrer Art warten auf die letzten Kunden.

Marktinteressierte warten nun auf Entscheidungen der Politik, welche das Aufwärtspotenzial sowohl bei den Stromkursen als auch den Gaskursen begrenzen und uns alle entlasten. Russland hat indes klargestellt, dass Gaslieferungen erst wieder erfolgen, wenn der Westen seine Sanktionen beendet. Also bleibt’s bei null Gas aus dem Osten. Umso mehr ist in dieser Krise unsere Regierung gefragt. Aber etwas wohlklingend anzukündigen, um es dann innerhalb der Ampel-Koalition ideologisch gefärbt zu zerreden, das reduziert das Vertrauen erheblich. Und von der Opposition würde ich mir eine konstruktive Kritik wünschen, nicht nur Destruktivität. Immer gegen etwas zu sein ist wahrlich nicht zielführend. Im Platt haben wir dazu eine Redewendung:

Snacken köönt se all, aver Doon is’n Ding!


029 [Inhaltsverzeichnis]

Orther Schmaus, null Balken und Oh tu

Gestern. Fehmarn. Im Ort Orth. Eigentlich versprach die Wettervorhersage ab 15:00 Uhr Sonne. Nix da.

Also erstmal ab ins Café am Hafen. Das befindet sich nicht nur dort, sondern heißt wirklich so. Mit draußen sitzen war natürlich nix, zum Glück konnten wir drinnen noch einen kleinen Tisch ergattert. Ich besuche das Lokal gerne mal, weil es dort nämlich außer Kaffee & Kuchen auch den Orther Schmaus gibt, Spiegelei mit Käse auf Vollkornbrot. Das gibt es auch mit Salami statt Käse, dann heißt es Orther Schweinerei. Schmeckt beides lääka 😉 Tja, und als ich während des Wartens auf meinen Schmaus mal das Wetter checken wollte: Kein Empfang, null Balken, Oh tu, was nu?

Sieht gut aus, oder? Schmeckt auch so. Frau P. meinte hingegen, sie wolle sich gesund ernähren und wählte den Heidelbeerkuchen. Weil Heidelbeeren sind gesund 😉 Noch einen Satz zu Oh tu: Mit meinem Oh-tu-Dienst-Ackerschnacker habe ich gerade während der Touri-Saison immer wieder null Balken – der NDR weiß auch warum: Guckst du! Mit meinem privaten Ackerschnacker im Magenta-Netz habe ich gefühlt allerdings weniger Probleme.

Egal. Draußen ging’s wieder. Also checken, wie es mit den Wolken aussieht:

Westküste. Dort sollten sich die dunklen Wolken bereits verzogen haben. Also ab in Richtung Wallnau. Da gibt es nicht nur einen großen Strand-Campingplatz, der soll gut sein, wird erzählt, sondern auch ein riesiges Wasservogelreservat mit einer Station des NABU, einschließlich eines Infozentrums und eines NABU-Shops mit Café. Ein Besuch lohnt sich. Also für die, die sich für die Natur und die Vögelei interessieren.

Wir sind außen vor geblieben, weil wir waren schon oft genug dort und sitt und satt waren wir auch.

So sieht das da aus, Blick landeinwärts, …

… und blick zur Wasserseite. Der Streifen am Horizont ist Heiligenhafen und die Hohwachter Bucht. Schaut man weiter nach rechts:

Das sind die Ausblicke die ich so liebe und warum ich mir nicht vorstellen kann, nicht mehr am Meer zu leben: Das Grenzenlose, Horizont … und dahinter geht’s … – ok, in diesem Fall nach Kiel bzw. zum NOK. Aber das sieht man ja nicht 😉

Und bitte jetzt nicht denken, da gibt es nur Wasservögel, Nee, nee … 😉 Das war’s für heute, bleibt munter!


017 [Inhaltsverzeichnis]