Das tut weh …

… jedenfalls jedem aufrichtigen Demokraten, dem die Menschrechte wichtig sind!

Zum Bild, welches schmerzt: Bundeskanzler Olaf Scholz wird vom Kronprinzen des Königreichs Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman al-Saud, empfangen. (Tagesschau-Link) Zur Erinnerung: Der Kronrinz, faktisch der diktatorische bzw. absolutistische Herrscher im Land, wird für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul 2018 und für zahlreiche Inhaftierungen heimischer Reformkritiker verantwortlich gemacht.

Scholz‘ Reiseziele: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabische Emirate, Katar, alles Länder auf der Arabischen Halbinsel, die etwas gemeinsam haben: Viele Energieträger – die wir so dringend benötigen – und wenig Achtung vor den Menschenrechten. Zumindest so, wie wir sie interpretieren. Aber wie sagt unser Wirtschaftsminister Dr. phil. Robert Habeck:
„Wir sollten uns nicht immer einreden, dass wir auf der moralisch besseren Seite stehen …. Wir haben ein Problem, wir verbrennen fossile Energien, … sie müssen irgendwo herkommen und nicht alle Länder folgen unserem Wertekodex. Das ist so!“

Na ja, und zur Wahrheit gehört, dass wir EU-Europäer bisweilen etwas scheinheilig sind. Wir tragen unsere Europäischen Werte zwar vor uns her als wär’s der Stein der Weisen, ein Allheilmittel für alles, aber wenn nötig, wenn es um unsere Wirtschaft, sprich unseren Vorteil und Wohlstand geht, legen wir die Werte auch schon mal schnell zur Seite. Und an unseren EU-Außengrenzen so wie so. Das ist auch so!

LESEN SIE ANTWORTEN über den Machtwechsel in Schweden: „Was vor ein paar Jahren als rassistisch bezeichnet wurde, wird zur Mainstream-Politik“

In einem Beitrag habe ich vor einigen Tagen das gelesen:
>> Auf die Frage „Warum wählen in Europa so viele Bürgerinnen und Bürger rechtspopulistische /-extremistische Parteien“ – allein in den letzten zwölf Monaten in (Ost)Deutschland (AfD), Ungarn (Fidesz), Frankreich (Rassemblement National), Schweden (Sverigedemokraterna), und am 25. September sicher auch in Italien (Lega, Fratelli d’Italia) – finden Journalisten, Kolumnisten und Politiker viele falsche Antworten. Denn bereits die Frage ist falsch. Richtig muss die Frage lauten: „Warum denken so viele rassistisch und rechtsextrem und sehnen sich nach einer autoritären Regierung?“ Ist der Rassismus von gestern der Mainstream von heute? <<

Ich lasse die Frage mal so im Raum stehen …. Immerhin haben wir das dritte Jahr in Folge Krise und viele sind unzufrieden mit dem Umgang damit. Europaweit. Hinzukommt eine offensichtliche Uneinigkeit in der Riege der politischen Akteure. Ich hab’s Freitag schon mal gesagt: Da schwindet das Vertrauen. Verständlicherweise, das ist m. E. nur allzu menschlich. Nur gehört die Auseinandersetzung in einer Demokratie nun mal dazu. Auch wenn’s mitunter nervt und man Ergebnisse sehen will. Anderseits muss natürlich nicht jeder Streit um der eigenen Profilierung willen auf offener Bühne ausgetragen werden. Darüber freuen sich nur die Medien, die dann viel zu berichten und zu kommentieren haben.

Gestern haben auch die Italiener mehrheitlich rechts gewählt. Nach Polen, Ungarn und vor einer Woche die Schweden, nun also auch die Azzurri. Oder, EU, 23 zu 4. Auch das tut irgendwie weh. Anderseits sage ich mir, dass speziell in Italien nach der Regierungskrise traditionell vor der Regierungskrise ist. Und: Den Stein der Weisen haben auch die Rechten nicht erfunden, auch ihnen wird es nicht gelingen, aus der sprichwörtlichen Scheiße Gold zu machen. Im Gegenteil: Bei den untauglichen Versuchen mit untauglichen Mitteln fängt es nur an zu stinken.

So, und wer mir jetzt noch mit Harry Potter – Harry Potter und der Stein der Weisen – oder Indiana Jones – Indiana Jones und der Stein der Weisen – kommt, nach dem Motto „im Fernsehen haben sie das aber gezeigt…“, dem kann ich nur kopfschüttelnd zurufen: „Glaubt nicht alles, was im Fernsehen zu sehen ist. Vieles sind einfach nur moderne Märchen – die Sender verdienen nämlich Geld damit, wenn sie euch unterhalten.“


031 [Inhaltsverzeichnis]

Montagmorgen im September

Moin. Montagmorgen. Wie immer: Im Osten geht die Sonne auf, die Vöglein fangen an zu fliegen …, na ja, hier weniger, dafür fliegen ferner im Osten auch heute Morgen wieder die Artilleriegeschosse & Raketen.

Wer hat da noch den Durchblick?

Und überhaupt: Stürmische Zeiten kommen auf uns zu. Die Einen sitzen die einfach so aus, mehr oder weniger gemütlich, …

… andere sind skeptisch. Schließlich muss alles irgendwann irgendwie bezahlt werden. Was bleibt dann noch übrig? Bleibt überhaupt noch was übrig? Wie sieht es mit den Hilfen des Staates aus?

Die Antworten bleiben im Verborgenen. „Die ganz oben brauchen dieses Geld nicht“, sagt Bärbel Bas, unsere Bundestagspräsidentin, zum dem jüngsten Entlastungspaket der Scholz-Habeck-Lindner-Regierung. Sie hätte sich mehr Differenzierung gewünscht, um gezielt den Schwächsten zu helfen. Erzählt sie. Aber zusagen hat sie in der Sache nichts.

Anderseits geht es aber auch um die Gleichheit, die Gleichbehandlung. Deshalb wird bspw. die Energiekostenpauschale – mittlerweile – an alle gezahlt, aber brutto. Wer viel verdient und viel Steuern zahlen muss, dem bleibt weniger …. Na ja, schauen wir mal, was am Ende die Banken zu leeren Konten sagen.

Bei alledem sollten wir nicht vergessen, dass sich unser Klima aus allen unseren Befindlichkeiten nichts macht, sondern sich derweil weiter verändert. Und das für uns Menschen nicht zum Guten. Wie hoch wird hier an der dänischen Westküste wohl die Nordsee in 100 Jahren stehen? Wahrscheinlich würde Frau P. dann nasse Füße kriegen.

Und bei uns quasi vor der Haustür, an der Ostsee, dürfte dann auch kaum noch Platz für die Strandkörbe sein. Der durchschnittliche Meeresspiegelanstieg beträgt seit 1993 über 3 mm pro Jahr, Tendenz steigend.

Tja, so hat jeder seine Ansichten & Aussichten. Mit Blick nach Osten wird gerade mal wieder lautstark gefordert, den Ukrainern alles zu liefern, was schießt – besonders was schwer schießen kann. Sollen wir jetzt Panzer liefern, zumal Putin den russischen Gashahn aktuell zugedreht hat? „Gebt uns die Werkzeuge, wir erledigen den Job“, hat der ukrainische Verteidigungsminister Resnikow neulich in einem Interview gesagt. Ok, Krieg ist zwar Schietkram, aber was spricht schlussendlich dagegen? Herr Scholz, ich möchte es nur verstehen.

Das sind meine Gedanken an diesem Montagmorgen im September. Jeder hat dazu wohl seine eigenen, so wie es heute für die einen noch Sommer ist, für andere schon Herbst. Wie auch immer, auch morgen wird die Sonne wieder über der Bucht aufgehen. Die Zeit, sie läuft. Wir laufen mit.


028 [Inhaltsverzeichnis]

#Twitter? Kann man nicht ernst nehmen!

Besser vielleicht: Kann man NICHT MEHR ernst nehmen

Moin. Mann kommt zu nix. Irgendetwas war die letzten Tage immer, immer morgens: Von A wie Auto zur Inspektion bringen, über M, wie Meier neuen Monitor kaufen, weil das Geflacker vom betagten alten mir auf den Geist ging, bis zu Z, wie Zahnarzt – der zum Glück überhaupt nicht gebohrt hat. Das hat alles mein Morgenritual, drei Pötte Kaffee und am Rechner schauen, was so los ist, durcheinandergebracht. Egal, für Schnelldurchgänge und einen Pott hat’s gereicht, wat mutt dat mutt, so isses eben.

Seit eh und je gehört für mich morgens ein Blick auf die Twitter-Timeline dazu. Ich war zwar nie ein Viel-Twitterer, bin es heute weniger denn je, aber aus reiner Neugierde interessieren mich schon die täglichen Wasserstandsmeldungen. Nach über 10 Jahren stelle ich für mich fest: Twitter war noch nie so substanzlos wie heute. Repräsentativ ist der Messenger ohnehin nicht und heute noch weniger, als er es vielleicht mal war. Nee, nee, was da so abgeht, an Hass und Hetze, ein Shitstorm folgt dem nächsten, da frage ich mich, inwieweit wirklich Menschen dahinterstecken oder wie hoch der Anteil ferngesteuerter Bots ist, oder der von Schreiberlingen mit Fake-Accounts, die für Propaganda bezahlt werden.

Ich sag’s mal so:

Wenn alle Politiker zurücktreten würden, die per Hashtag #Rücktritt via Twitter dazu aufgefordert werden, hätten wir seit Jahren keine funktionierenden Regierungen mehr. Weder eine solche noch eine solche.

Gestern musste ich dann doch grinsen: Der SPIEGEL erklärt Robert Habeck zu einem der beliebtesten deutschen Politiker, natürlich umfragegestützt 😉 und dass er der bessere Kanzler als Olaf Scholz wäre – und auf Twitter trendet #HabeckRuecktritt. Hallo? Gegensätzlicher geht’s nun wirklich nicht. Das sagt viel über das Twitter-Niveau aus.

Befeuert werden solche Obermotze bspw. von Politikern wie Wolfgang Kubicki und Journalisten wie Nikolaus Blome, die beide via Twitter die Öffnung der Nord-Stream-2-Gasleitung fordern. Ok, das fordert gefühlt halb Ostdeutschland, glaubt man so manchen ostdeutschen Politikern, aber das macht es nicht besser.

Neu im Club der Wadenbeißer ist Julian Reichelt. Ihr erinnert euch, der Ex-„Bild“-Chef? Wird das ein zweiter Boris Reitschuster im rechtspopulistischen Alternativmedien-Sammelsurium mit eigenem YouTube-Kanal? Der eine war mal bei Burda/Focus, der andere bei Springer/Bild. Na ja, am Arsch vorbei führt auch ein Weg 😉 Und ganz ehrlich: Ich möchte in dieser Krise kein Politiker sein: Egal was sie machen, sie machen es für die Breitschusters & Reichelts dieser Nation verkehrt. Das noch: Ich kann jeden Prominenten / Politiker verstehen, der mittlerweile seinen Twitter-Account gelöscht hat. Es geht auch ohne!

Bevor die Frage kommt: Warum folgst du dann diesen Leuten? Nee, folge ich nicht! Nie nicht! Aber den Twitter-Algorithmus, was wem in die Timeline gespült wird, kann ich nun mal nicht ändern. Also sieht’s oft und immer öfter so bei mir aus: Twitter auf, aha, wieder viel Blödsinn, Twitter zu: Kann man wieder mal nicht ernst nehmen.

Elon Musk und Twitter

Wenn ich mich hier schon über Twitter auslasse, darf ein Absatz zu Elons Musk natürlich nicht fehlen. Vielleicht habt ihr noch eine Meldung aus dem April auf dem Schirm, dass Elon Musk (PayPal, Tesla, SpaceX) Twitter für 44 Milliarden Dollar übernimmt. Seinerzeit habe ich mir gedacht, dass der (meiner Meinung nach) ebenso geniale wie verrückte Musk nicht Musk wäre, hätte er sich nicht eine Hintertür aufgelassen. Somit hat mich die Meldung über das Platzen des Deals auch nicht gewundert. Letztlich geht es darum, dass Twitter scheinbar nicht die korrekte Zahl der Spam- und Fake-Konten angeben kann. Es gibt berechtigte Zweifel, dass das nur die offiziell angegebenen 5 Prozent sind. Gefühlt würde ich da noch eine null dranhängen. Das ist natürlich subjektiv, objektiv lässt sich mit solchen ferngesteuerten Konten jedoch kein Geld verdienen. Und Musk wäre nicht einer der reichsten Menschen der Welt, würde er Geld verschenken.

In dem Sinne 😉


024 [Inhaltsverzeichnis]