Erstens, zweitens, drittens … und tschüss!

Erstens: Nix is ungesunner as’n Krankheet. Isso!

Mein Herr Bechterew war mal wieder zu Besuch. Nix gegen Besuche, aber der kann mir gestohlen bleiben. Nur macht der sich nix daraus, kommt und geht wie er will. Klar, Mann kann sich bis zur Schmerzfreiheit abschießen, aber schon der olle Paracelsus wusste: Die Dosis macht das Gift. Oder so ähnlich. Na ja, ich nehme jedenfalls nur das Nötigste und gehe ansonsten in den Schonmodus über – sprich lieber vor der Glotze liegen als vor dem PC sitzen. Und so’n paar Dinge kann Mann auch in der Waagerechten via Smartphone erledigen. Zum Beispiel Antworten auf die Frage finden, was wir im kommenden Sommerloch so unternehmen könnten?

Nein, es geht nicht in den deutschen Süden. Noch nicht. Vielleicht im Herbst. Jetzt ist erstmal der Norden angesagt. Einmal rauf und wieder runter. So in der Reihenfolge:
– Von zuhause bis Flensburg und vor der Grenze volltanken! Alle, die hier über die hohen Spritpreise klagen, würden in Dänemark aus dem Jammermodus gar nicht mehr raus kommen.
– Weiter über Esbjerg nach Blavand an die Nordseeküste, Bekannte besuchen und sich dort von den ersten Reisestrapazen erholen 😉
– Danach geht’s irgendwie in den dänischen Norden, Richtung Skagen.
Ich will endlich mal mit dem linken Fuß in der Nord- und mit dem rechten in der Ostsee stehen!*
Via booking.com-App habe ich vom Sofa aus im rückenschonenden Liegemodus erstmal für ein paar Tage eine FeWo in Jerup gebucht.
Ich liebe diese App!
Das funktioniert übrigens auch gut von unterwegs: Mal angenommen, wir würden auf der Rücktour noch irgendwo ein, zwei Tage bleiben wollen: booking.com-App befragen, irgend etwas findet man immer, zwei, drei Klicks, schon ist gebucht. Bestätigung kommt via Mail aufs Smartphone und gut ist. Na mal sehen. Die nächste Woche ist noch voller Termine und danach geht’s los. So jedenfalls der Plan 😉

Zweitens: (Mich) verwirrende Nachrichtenlage

Wie gesagt, das Sofa und der Fernseher waren in der letzten Zeit meine liebsten Freunde. Ok, sonst waren ja auch keine hier 😉 Na, und so beim Zappen durch die Sender habe ich mich irgendwann gefragt, ob alle Nachrichtensender vom selben Planeten berichten?

Also, ich habe bisher immer geglaubt, wir haben eine globale Klimakrise, haben eine globale Corona-Pandemie und einen Krieg in der Ukraine mit all seinen globalen Auswirkungen. Scheinbar habe ich mich geirrt 😉 Ergo: Zuviel Nachrichten tragen (bei mir) zur Verwirrung bei. Oder wie Peter Scholl-Latour wohl heute sagen würde, würde er noch unter uns weilen: Leute, das habe ich euch doch schon 2014 gesagt:

Ende 2013, Anfang 2014, Euromaidan, Proteste in der Ukraine. Ihr erinnert euch? Auch von offiziellen Stellen wurden seinerzeit die Berichterstattungen kritisiert und der Deutsche Presserat hat jüngst in diesem Frühjahr erst wieder die Medien an ihre Verantwortung im Umgang mit dem Ukraine-Krieg erinnert. Nicht ohne Grund!

Drittens: Ideologische Meckerbüdels – oder wat?

Mich wundert derzeit, dass so’n paar Politiker ständig wat zu meckern haben und immer wieder ihre ollen Ideologien hervorkramen. Speziell zurzeit den Weiterbetrieb der drei deutschen Atomkraftwerke, die nach Gesetzeslage zum Jahresende abgeschaltet werden müssen, und den Widerstand gegen das Aus für Pkw-Verbrennungsmotoren ab 2035, wie es die EU beschließen will. Was soll das denn? Von keinem der Atomkraftwerke-Eigner habe ich bisher gelesen, dass die sich einen Weiterbetrieb überhaupt vorstellen können. Im Gegenteil, sie weisen auf die vielfältigen Probleme hin, würde die Regierung sie dazu verpflichten – was die keinesfalls vorhat. Und die Diskussion, Verbrennungsmotoren weiter zu gestatten, so sie denn mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, ist doch eine unsinnige. Alle großen Automobilhersteller haben unisono erklärt, ihren Schwerpunkt auf die E-Mobilität zu legen. Synthetische Kraftstoffe sind zwar herstellbar, aber dazu müssten wir erneuerbare Energie im Überfluss haben – was absehbar nicht der Fall sein wird. Die Argumente sind die gleichen wie beim Wasserstoff, nur schlimmer:

Liebe Meckerbüdels: Kümmert euch bitte um das, was zurzeit wichtig ist, macht praktikable Vorschläge in dieser Krisenzeit und führt keine ideologisch motivierten Scheindebatten, die niemandem helfen – außer vielleicht eurem Ego.

Dazu fällt mir ein Satz von Henry Kissinger ein: „A political realist believes in values, but he also knows what is feasible.“ Ein Realpolitiker glaubt an Werte, er weiß aber auch, was machbar ist. Dieses Wissen scheint nicht bei allen Politikern vorhanden zu sein. Oder es geht nur darum, einem anderen ans Bein zu pinkeln – beides nicht gut.

* Bevor nu’n Klookschieter kommt und mir das mit der Nordsee, dem Skagerrak, dem Kattegat und der Ostsee erklären will: Ich kenne das – und die unterschiedlichen Definitionen dazu. Für meine Illusion werde ich jedoch mit einem Bein in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee stehen. Punkt! 😉

So liebe Leute, ich bin dann mal in meinem alljährlichen Sommerloch. Irgendwann, in ein paar Wochen, geht’s hier weiter. Vielleicht gibt’s zwischendurch von Frau P. aus G. ein paar Fotos, mal sehen. Genießt die Sommerwochen, bleibt gesund und lasst uns gemeinsam hoffen, dass das Töten in der Ukraine bald aufhört.

Bis denne! Und tschüss!


011 [Inhaltsverzeichnis]

Die Macht der Fernbedienung

Sonntag. Fünf Tage war der alte Mann nun weg, jetzt schläft er wieder, oh wie schön, im eigenen Bett. Na ja, wenn Mann jobmäßig unterwegs ist und dafür seine Bubble verlässt, wie man neudeutsch sagt, dann gewinnt Mann auch andere Eindrücke. Interessante Eindrücke. Überhaupt, wenn Mann nicht die Macht über die TV-Fernbedienung hat. Was einen selbst interessiert, interessiert andere überhaupt nicht. Oder nicht mehr. Ein Gradmesser für das, womit wir uns befassen möchten, ist das Fernsehprogramm. Was keine Quote bringt, fliegt raus. Grundsätzlich. Und wenn das Publikum bei der xten Sondersendung, Krisen-News-Spezial, oder wat weiß ich, einfach zum nächsten Sender zappt, reagieren die Medienmacher.
Ich kann’s nicht mehr hören – wie oft haben wir das in den letzten 2 Jahren oder 2 Monaten gehört? Seit Erfindung der Fernbedienung hat die sich zu einem mächtigen Instrument entwickelt und bestimmt mit, was noch gezeigt wird und was nicht. Gleiches gilt natürlich auch für die Online-Medien: Desto mehr weiter- oder weggeklickt wird, wenn selbst das Clickbaitingdie Überschrift muss knallen – nicht mehr funktioniert, desto weniger wird in entsprechende Beiträge investiert. Die Medienmacher leben von der Quote.

„Deutschland ist heute in einer anderen Welt aufgewacht“, hat unsere Außenministerin Annalena Baerbock am unsäglichen 24. Februar gesagt. Jetzt, rund 11 Wochen später, ist die Welt immer noch eine andere, doch Deutschland ist wieder eingeschlummert. Jedenfalls die mit der Fernbedienung in der Hand. Dafür sind sie hellwach, wenn inflationsbedingt das Portemonnaie leer, aber noch viel Monat übrig ist. Voll sind nur Regionalzüge mit 9-Euro-Ticket-Fahrern und die Kassen der Öl-Multis. Und die der Rüstungskonzerne – aber das interessiert nur deren Aktionäre. Glücklicherweise haben wir mit Robert Habeck einen Dr. phil. als Wirtschaftsminister, der die Politik der Bundesregierung sowie selbst schlimme Krisen-Auswirkungen und Zusammenhänge noch in verständlich gute Worte kleiden kann. Das trägt zum sozialen Frieden bei. Ein Hoch auf die Philosophie!

Wie dem auch sei: Natürlicherweise findet jede Krise weniger Beachtung, je länger sie dauert. Wir arrangieren uns damit. Nur sind die Krisen dadurch nicht weg, keine Fernbedienung kann sie ausschalten. Wir können heute nur versuchen, die richtigen Programme zu wählen.
„Niemand wird heute sicher sagen können, ob jeder Schritt übermorgen richtig oder falsch gewesen sein wird. Aber die Unmöglichkeit, die Zukunft vorherzusehen, darf keine Entschuldigung dafür sein, den Kopf in den Sand zu stecken.“
Wer hat’s gesagt? Richtig, unser Wirtschaftsminister-Philosoph, in einem SPIEGEL-Gastbeitrag im Oktober 2021 – heute aktueller denn je. Und bitte im Hinterkopf behalten: Wir leben in einer globalen Krisen-Dreifaltigkeit: Das Klima wandelt sich weiterhin, die Corona-Viren sind noch existent und mit dem Ukraine-Krieg wird sich die politische Weltordnung wohl verändern. Wie gesagt: Wählen wir die richtigen Programme!


010 [Inhaltsverzeichnis]

Pfingsten oder wat?

Der NDR: „Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit ist es soweit: Die neu gestaltete Travepromenade macht den Promenaden-Rundlauf im zu Lübeck gehörenden Seebad Travemünde komplett.“

Zur Feier gab’s ein Seebad-Kulturfestival an der Trave bzw. der Ostsee mit Kleinkunst, Musik und kulinarischen Spezialitäten. Natürlich war Pfingsten der (See)-Bär los, auch dank 9-Euro-Ticket. Äh …, woher stammt überhaupt diese Redewendung und wie war das noch mit Pfingsten?

A weiß ich: Wenn früher ein Zirkus oder Jahrmarkt in einer Stadt war, dann gab es oft auch Bären, die Kunststücke vorführten …, und B, Pfingsten, was hat das damit auf sich? Außer dass uns das ein dreitägiges Wochenende beschert?

Übrigens: Die Bratwurst im Brötchen kostet (hier) mittlerweile 4,50 €. Wollte ich nur mal erwähnt haben. Pommes 3,00 €. Öl ist teuer geworden. Sagen sie. Zurück zu Pfingsten:

Ich sag’s mal so: Ich glaube, die Alten, zu Zeiten als die Passat noch über den Atlantik segelte, die wussten das. Die Jungen, die Seegelschiff mit ee schreiben, weil es ja von See kommt, die kennen nur Motorschiffe und sind nicht mehr in der Kirche. Oder so ähnlich 🙂

Nee, ohne flachs: Die evangelische Nordkirche hatte bei ihrem Zusammenschluss (HH, SH, MV) vor 10 Jahren rund 2,4 Mio. Mitglieder, jetzt sind es knapp 1,9 bei Pi mal Daumen gleichbleibender Einwohnerzahl. Zählen wir die wenigen Katholen dazu, ist etwa nur jeder Dritte Norddeutsche ein Kirchensteuerzahler. Aber für 100 Prozent war der gestrige Pfingstmontag kein offizieller Arbeitstag. Na ja, dat is eben so. Und zu der Bedeutung von Pfingsten verweise ich lieber auf Wikipedia, bevor ich mich hier bannig blamiere 😉

Op Platt seggt wi: „Do du dat Diene, Gott deit dat Siene.“ Un ik segg: Ik do dat Miene un bin mol wedder för’n paar Dag weg. De Job ropt. 😉


009 [Inhaltsverzeichnis]